Samaritan International Contest in Lettland, Riga

Am 26.07.2012 war es endlich soweit. Unsere Wecker klingelten und wir wussten, heute fliegen wir nach Lettland, genauer nach Riga. Dort sollten wir mit unseren drei Schülern, Luca, Denis und Kai, die ASJ-Deutschland in der Kategorie A der 12-15 jährigen auf dem 4. Samaritan International Contest vertreten.

Früh um kurz nach sieben trafen wir uns an unserem Jugendraum, um von Melanie zum Flughafen gefahren zu werden. Dort sollten wir uns mit unserem Bundesjugendleiter Simon Dagne und der bayerischen Jugendgruppe, die die ASJ-Deutschland in der Gruppe B vertrat, treffen. Am Flughafen angekommen, stürmten wir mit insgesamt 17 Personen den Lufthansa Gepäckabgabeschalter. Ca. zwei Stunden später saßen wir dann alle im Flugzeug, vor uns lagen 2 Stunden Flug. Dieser wurde uns mit leckeren Blaubeermuffins versüßt. In Riga angekommen, wurden wir von zwei Fähnchen wedelnden Letten begrüßt und zu den Shuttlebussen gebracht. Diese kutschierten uns direkt zum Hotel, welches die nächsten Tage unsere Unterkunft sein sollte. Nach der Anmeldung und Zimmerverteilung ging es zum Abendessen im Hotel. Nach dem Buffet wurde dann der Contest im obersten Stockwerk des Hotels über den Dächern von Riga eröffnet. Insgesamt 17 Gruppen waren angereist. Jedes teilnehmende Land, Polen, Slowakei, Litauen, Lettland, Südtirol, Italien, Frankreich, Österreich und Deutschland wurde begrüßt. Nach der Eröffnungsrede wurden mit allen Teilnehmern lustige Kennenlernspiele gespielt.

Am nächsten morgen stand für unsere drei Jungs der schriftliche Test an. Je 20 Fragen in erster Hilfe und Allgemeinwissen wurden gestellt. Diese durften die Schüler in Deutsch beantworten – Zum GlückJ. Gegen 11 Uhr ging es dann für alle auf zur Stadtrundfahrt. Wir wurden alle in einen Touribus eingeladen und konnten uns in 90 Minuten einen Eindruck über Riga, die Hauptstadt Lettlands, machen. Zum Mittagessen warf uns der Bus an einem ganz besonderen Restaurant raus. Das Gasthaus war umgeben von einem kleinen „Freizeitpark“. Überall schmückten die verschiedensten Hüpfburgen die Umgebung, ein Kettenkarussell ragte heraus, man konnte Go-Kart fahren oder in einem Ball übers Wasser laufen. Der Park war sehr schön angelegt mit Bäumen und Sträuchern und einem Wasserfall. Zum Essen ging es dann in den Keller. Zuerst wunderten wir uns, wo es denn hin gehen sollte, denn wie schon seit gestern verstand niemand etwas durch die erschwerte Kommunikation in Lettland. Aber letztlich ging alles gut und wir fanden uns in einem rustikal ausgebauten Kellerrestaurant wieder, indem wir mit Reis und Hähnchen versorgt wurden. Danach ging es zurück zum Hotel und wir hatten Freizeit bis zum Abendprogramm. Unsere ASJler nutzen die Zeit, noch mal für den Kulturteil zu üben und ein paar der Betreuer schauten sich in der Stadt um. Um 19 Uhr war dann Abendessen mit anschließender Kulturteilveranstaltung im sogenannten „World Trade Center“ von Riga geplant. Die ASJ-Deutschland führte zu dem Thema „Wir – in Erwartung der Olympischen Spiele“ ein Theaterstück auf Englisch vor.

Die Nacht schließen alle ziemlich unruhig, denn am Samstag sollte es mit dem Rest des Wettbewerbes weiter gehen. Die Stadtralley, die Geschicklichkeits- und die Erste-Hilfe Stationen standen bevor. Nach dem klar war, dass die Verletzten auf Englisch betreut werden mussten und auch der Notruf sowie die generelle Kommunikation auf Englisch gemacht werden musste, starteten unsere 3 Teilnehmer mit einer Geschicklichkeitsstation in den Wettbewerb. Hier galt es den höchsten Turm aus Bauklötzen zu bauen, einen „Heißen Draht“ zu überwinden und bestimmte Gewichte abzuschätzen und das alles auf Zeit. Auf dem weiteren Weg der tapferen Samariter galt es noch drei für unsere deutschen Verhältnisse schwierige und gut geschminkte Fallbeispiele und eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchzuführen. Die Fallbeispiele bestanden aus einer Wirbelsäulenverletzung und einer Armfraktur in einer Kampfsporthalle, aus einem gestürzten Radfahrer mit Gaffern und aus drei Feuerwehrmännern, die nach einem Einsatz erhebliche Verletzungen, wie Brandwunden, einen Tierbiss und Fremdkörperverletzungen aufwiesen. Die HLW wurde mittel angeschlossenem Computer auf Drucktiefe, Frequenz und Atemvolumen bewertet. Nach anstrengenden 6,5 km für die Schüler und 8 km für die Jugendlichen quer durch Riga bei 35°C und praller Sonne kamen alle ziemlich erledigt wieder am Hotel an. Schon am Abend sollte die Siegerehrung sein. Kurz frisch gemacht gingen wir alle auch wieder zum „World Trade Center“ in dem es wieder Abendessen gab und anschließend die Siegerehrung. Nach ein paar einleitenden Worten, auch wieder auf Englisch, versuchten sich alle auf die Sprache zu konzentrieren, um nicht zu verpassen, wann denn unser Land in welcher Kategorie genannt wird. Dann war es endlich soweit, unsere drei Jungs haben in der Kategorie A 12-15 jährigen den dritten Platz auf internationaler Ebene erreicht. Wir sind alle verdammt stolz auf unsere ASJ’ler, die sich mit einer hervorragenden Mühe und auf Englisch diesen Platz erkämpft haben. Gewonnen haben den Wettbewerb die Letten selbst. Auf dem zweiten Platz fanden sich die Südtiroler wieder. Alles in allem war es ein super Wettbewerb mit vielen neuen Eindrücken, sowohl für uns als Gruppe als auch für jeden einzelnen von uns. Die Erfahrungen in einem neuen Land und auf einem Wettbewerb, den wir so nicht kannten, kann uns niemand mehr nehmen.

Aber die Erfahrungen der besonderen Art sollten auch am nächsten Tag noch kein Ende haben. Am Sonntag stand eigentlich der Heimflug an. Mit Sack und Pack standen wir in Riga am Flughafen, nachdem unser Flug dann auch noch mit Verspätung rein kam, waren wir alle schon ein wenig in unserer Stimmung getrübt. Aber es sollte noch besser kommen. Nach 6 Stunden am Flughafen, war uns nicht klar, warum uns das Flughafenpersonal nicht in den Flieger lies. Dann stellte sich heraus, wir werden heute nicht mehr nach Hause kommen. Die erschütternden Gesichter aller waren groß. Aufgrund eines technischen Defektes konnte eine Maschine, die morgens hätte nach Frankfurt fliegen sollen, nicht starten, sodass die Passagiere von morgens als erstes in das Flugzeug gelassen wurden und die Maschine somit überbucht war. Das Personal hat unsere Gruppe von 17 Personen unfreiwillig ausgebucht. Ein Schock für uns alle. Nachdem sich die Aufregungen ein wenig gelegt hatten, wussten wir, wir werden für diese Nacht in einem Hotel untergebracht und treten montags die Heimreise an. Dies hat dann auch zum Glück funktioniert und alle kamen gesund und munter am Montag wieder in Offenbach an.

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